Die Geschichte der Frankenmeute

Frankenmeute "I have a dream" - das ist ein Zitat eines berühmten Mannes. Aber es könnte auch ein Ausspruch von Ludwig Dittrich sein und die Gründung der Frankenmeute beschreiben. Ein Mann hat einen Traum - und er träumt ihn nicht nur - er läßt in wahr werden. 1976 ritt er seine erste Schleppjagd und im gleichen Jahr gründete er gemeinsam mit seinem Cousin Klaus die Frankenmeute. Die Liebe zu den Beagles war keine Liebe auf den ersten Blick - sie kam erst nach und nach. Damals war wichtig - Beagles sind eifrig, schnell, spurtreu, passioniert und vorallem ... nicht so groß. Denn der Platz war begrenzt und man hatte weder Geld noch Lust ein fertig ausgebildetes Pack zu übernehmen. Der Grundstock der Frankenmeute waren sechs Welpen, drei Hündinnen und drei Rüden. Im Frühjahr 1977 kam ein erwachsener Rüde mit Jagderfahrung dazu. Der Grundstock der Equipage waren Klaus Dittrich, Ludwig Dittrich und seine Tochter Marion. Bereits im September 1977 bestanden sieben Beagles und ihre menschlichen Begleiter ihre erste Bewährungsprobe: Eine "richtige" Schleppjagd. Die Entscheidung, kein fertiges Pack zu kaufen sondern eine Meute aus sich selbst heraus wachsen zu lassen, war riskant und sicher von vielen belächelt - aber sie war richtig. 1983 war die Meute für ihr erstes Domizil auf dem Bauernhof von Klaus Dittrich endgültig zu groß geworden, aber die "kleinen Hunde mit dem großen Herzen" hatten inzwischen viele Freunde gefunden und Graf Bentzel Sturmfeder zu Horneck stellte der Frankenmeute im Freizeitpark Schloß Thurn Gelände zum Bau einer Kennelanlage zur Verfügung. 1984 zog die Meute um und im gleichen Jahr gründete sich die "Interessengemeinschaft Frankenmeute", ein Förderverein, der den kleinen, buntgefleckten Hunden bis heute treu geblieben ist. 1986 bestand die Meute aus 12 Koppeln jagender Hunde und niemand, der sie in bester Kondition auf einer Jagd über 20 Kilometer, ganz gleich in welchem Gelände, erlebt hatte, lächelte mehr über die kleinen Hunde. Inzwischen war Ludwig Dittrich nicht mehr allein - Ulli trat in sein Leben, wurde sein Huntsman und später seine Frau. Irgendwann stellte sich die Frage, warum sind wir unzählige Kilometer zwischen dem Zuhause der Menschen, der Pferde und der Hunde unterwegs, wenn wir doch sowieso kaum Zeit haben, denn Geld verdienen, um uns dieses teure Hobby überhaupt leisten zu können, müssen wir ja auch noch. Das nächste Projekt wurde in Angriff genommen: Ein Hof, auf dem alle leben können. Das 51. Objekt, das man besichtigte, war das richtige: Reumannswind. Und nach unendlich mühevollen Umbauarbeiten wurde wieder umgezogen. Seit 1990 ist die Meute hier daheim und da auf diesem Hof noch so viel zu Arbeiten und zu Bauen übrig ist, wird die Frankenmeute auch noch lange dort bleiben. Es hat sich also gelohnt zu träumen - und gemeinsam mit Freunden diesen Traum auch zu leben und Wirklichkeit werden zu lassen.

So jagen wir

Die Frankenmeute versteht sich als eine Equipage, die hinter laut und spurtreu jagenden Hunden reiten will. Deshalb wird schon beim Einjagen der Junghunde darauf geachtet, dass die Hunde zuverlässig ihre Nase gebrauchen. Die spielerische Suche nach dem Pansen, der von einem Equipagenmitglied außer Sicht der Hunde über eine Wiese geschleift wurde, ist die Grundlage für das sichere Jagen der erwachsenen Hunde auf der Schleppe. Auch sonst wird in dieser Equipage mit sehr viel Logik und Verständnis für die Tiere gearbeitet: Die Schleppe wird mit Pansensaft gelegt, denn was könnte für den Meutehund logischer sein, als sein Futter zu jagen. Die Hunde leben in einer großen Gemeinschaft, Tag und Nacht zusammen. Ihr Master, Ludwig Dittrich, ist auch der Mensch, der sie füttert und pflegt. Und er ist ihr Chef - im Kennel und draußen in Wald und Flur. Wenn im Herbst die Jagden beginnen sind Hunde, Pferde und Menschen ein eingespieltes Team. Was im Training geübt wurde, das sichere Jagen auf der künstlichen Spur, das wird den Hunden auch auf beim offiziellen Auftritt nicht verwehrt. Die Hunde dürfen ihre Spur suchen, sie werden niemals direkt auf den Scent angesetzt. Sollten sie auf dem Run die Spur verlieren, läßt ihnen die Equipage Zeit und Raum, die richtige Spur wiederzufinden. Die Frankenmeute versteht sich als sportlich reitende Meute, die auch Sprünge nicht scheut, deren größtes Interesse aber der Arbeit der Hunde gilt.
Frankenmeute Frankenmeute

Und hier sind wir zuhause:

Frankenmeute Reumannswind, ein Ort mit 60 Einwohnern, liegt zwischen Würzburg und Nürnberg, also im Herzen Deutschlands. Seit 1990 ist die Frankenmeute hier zu Hause. Viel besser kann es ein Hund eigentlich nicht treffen: Saubere, helle Tageskennel, gemütliche Nachtkennel und eine riesige Wiese mit kleinem Teich und vielen Aussichtshügeln, also jede Menge Platz zum Spielen. Die Equipagenpferde leben auf den Koppeln und im Winter in großen Offenboxen in direkter Nähe der Hunde.






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