Die Frankenmeute in Köthen

Viele Grüße aus dem Spreewald

 Die Franken sind wieder in Brandenburg eingefallen. Für das jährliche Trainingslager vor der Jagdsaison, ist wieder ein Tross von Hunden, Pferden und Fahrrädern auf das „Gestüt am Pichersee“  gezogen.  Unsere kleinen Freunde werden begleitet vom Großteil der Equipage einschließlich Master und Präsidenten und Mitgliedern der Frankenmeute. Sechzehn aktive Vereinsmitglieder, 8 Pferde, 37 arbeitende Beagle und noch etliche andere Hunde, vom Jack Russel bis zum irischen Wolfshund, sind auf dem Gestüt  eingefallen. Selbst ein  6 Wochen altes Kätzchen, das  von seiner Mutter verlassen wurde, begleitet die Meute. Es wird durch unsere Katrin liebevoll aufgezogen.

Die Hunde mussten nach der langen Fahrt noch eine kurze Zeit im Hänger verharren, bis ihr mobiler Zwinger aufgebaut war. Nachdem die Pferde und Hunde versorgt waren, durften auch die Zweibeiner ihr Quartier beziehen. Ein wenig abseits vom Gestüt liegen das alte Forsthaus und das dazugehörige ehemalige Fasanen-Bruthaus. Dort konnten wir unsere schön renovierten Zimmer beziehen. Idealerweise gehört zu den Zimmern eine Gemeinschaftsküche. Es ist üblich geworden, dass jeder seine besten Rezepte mitbringt und fast jeden Tag gekocht wird.

Jeden Morgen um 7:30 geht es hinaus zum morgendlichen Training. Die Hunde genießen die frische Morgenluft und legen jeden Tag auf dem pfotenfreundlichen Sandboden ein flottes Tempo vor. So ist es nicht immer einfach, über die kurvigen Waldwege hinweg mit den Pferden den Hunden zu folgen. Nach dem Morgentraining und einer Abkühlung im See genießen unsere Beagles zufrieden ihr Vormittags-, Mittags- und Nachmittagsschläfchen. Ab 17 Uhr wird es auf dem Gestüt wieder merklich unruhiger. Unsere fleißigen Beagles recken und strecken sich und freuen sich auf das abendliche leichte Training. Sie wussten sehr schnell, dass sie um 18 Uhr noch einmal ihre Nasen auf den Scent legen dürfen. Nachdem die Hunde ihr verdientes Curee erhalten haben und alle Pferde versorgt sind, wartet auch schon  das Abendessen auf alle Zweibeiner. Denn während ein Teil der Mannschaft trainiert, wird von den Nichtreitern immer das Abendessen vorbereitet, um eine Basis für die langen Abende zu schaffen.

Die Nächte sind hier immer lang, und so nutzen wir alle gerne den Nachmittag zum Erholen oder Schwimmen im Picher- oder im Köthener See. Selbstverständlich kommt auch die Kultur nicht zu kurz, wenn wir schon in der Nähe unserer Bundeshauptstadt sind. Joachim hatte als Oberfranke kurzerhand unseren neuen Minister Herrn zu Guttenberg zum Training eingeladen, da dieser auch Reiter und vor allem Franke ist. Bedauerlicherweise – die Wahl steht vor der Tür!-  konnte er uns nicht besuchen, jedoch hatte er uns Plätze zur Besichtigung des Reichstages reservieren lassen.

Leider hatten wir auch schon einige Pannen bei dieser Reise. Ein Teil der Mannschaft war schon mittags nach Berlin gestartet. Der Rest folgte am Nachmittags, doch nach 6 km auf der Autobahn war erkennbar, das wir nicht alle in Berlin ankommen werden. Denn plötzlich versagte bei 150 km/h der Motor bei dem Auto unseres Masters. Nach dem ersten Blick des Gelben Engels vom ADAC war klar, das diese Auto nur noch Huckepack nach Berlin kommt. Unsere Meutekinder fanden es wesentlich interessanter vom ADAC abgeschleppt zu werden, als den Reichstag zu besuchen. Leider war es ein sehr teuerer Ausflug, da u.a. die Lichtmaschine defekt wurde. Mit zusätzlich einem platten Reifen an Katrins Auto, einem beschädigten Anhängerreifen bei den Bocki’s und einem platten Fahrradreifen haben wir hoffentlich genügend Pannen gehabt und hoffen, dass uns keine weiteren Pannen die Urlaubsfreude verderben.

 Leider musste Katrin nach einem Sturz zur Kontrolle in die Klinik. Ein netter Angler hatte sie  zum Haus gefahren. Auf der Frage nach der nächsten Klinik, hatte er uns nach Teupitz ins Landeskrankenhaus empfohlen. Bei der Ankunft in der Klinik hat sich jedoch herausgestellt, dass es sich um eine Nervenklinik handelt. Anscheinend war der nette Angler der Meinung, dass Jagdreiter eine „Nervenbehandlung“ benötigen. Glücklicherweise war gerade ein Notarztwagen vor Ort und so wurde unsere Katrin in die nächste Klinik nach Königs Wusterhausen transportiert., wo ein Bruch des ersten Lendenwirbels diagnostiziert wurde.  Wir wünschen alle eine gute Besserung.

 Ein großes Dankeschön gehört auch der Familie Bröcker und deren Mietern, die durch unsere Anwesenheit hier schon etwas von der wunderbaren Ruhe  verlieren. Es ist nicht einfach, ein Anwesen zu finden, auf dem Pferde, die Hunde und die Reiter ein gutes Zuhause haben und ein entsprechendes Gelände für das Training finden. Gerne würden wir in Franken oder Bayern trainieren, damit noch mehr Freunde der Frankenmeute die Möglichkeiten haben, sich anzuschließen. Es ist jedoch sehr schwer und zeitaufwendig, ein entsprechendes Anwesen zu finden.

 Viele Grüsse an alle Zuhause gebliebenen und bis bald ein Wiedersehen auf den nächsten Jagden mit der Frankenmeute.

 

 

 

 

...und jetzt auf zur Jagd in Oberlangenstadt! Noch nicht angemeldet? Hier geht`s zu den Terminen...



Frankenmeute