Die Jagd in Roth
Bereits im Mittelalter hatten die damaligen Marktgrafen von Ansbach in Roth stets "Gute Jagd". Im Stadtarchiv des Rother Jagdschlosses Ratibor finden sich noch viele Hinweise auf die damaligen Jagden. Neben Schieß- und Falkenjagd stand natürlich die Parforcejagd mit der Hundemeute hoch im Kurs. Detaillierte Berichte aus der Zeit von 1525 bis ins Jahr 1920 geben uns heute einen guten Einblick wo, was und wie früher gejagt wurde. Heute reiten rund um Roth nun ganz gewöhnliche Menschen hinter der lodernden Fuchslunte oder auf Schleppe hinter Hunden.
Dem Club in Roth/Kiliansdorf ist die Jugendarbeit besonders wichtig. Hier arbeitet die Familie Kratzer bereits seit Jahren erfolgreich mit einem durchgängigen Konzept nach dem Prinzip vom "Kleinen zum Großen". In Seminaren bildet man die jungen Reiter aus dem weiteren Umkreis zum Geländereiten heran. Es geht neben jagdlichem Reiten und Springen in der Gruppe auch um Umwelterziehung, Stilfragen und den Jagdreiterknigge. Die Instruktoren bilden sich ständig weiter, um den Nachwuchs kompetent und professionell auszubilden.
Der Club hat sich weiter zur Aufgabe gemacht, die Jagdreiterei in der Region zu fördern und der Öffentlichkeit positiv zu vermitteln. Die guten und freundschaftlichen Kontakte zu den Reitställen, Reitern, Ausbildern, Grundbesitzern, Behörden, zur lokalen und überregionalen Presse sind die Basis dieser Arbeit. Auch außerhalb der Saison finden regelmäßig gesellige Treffen der Mitglieder statt, man vermittelt untereinander Mitfahrgelegenheiten zu den Jagden, gibt Hinweise zu Ausrüstung, Pferden, zu Informationen und Kontakten rund um das Thema Jagdreiten, auch im Ausland. Es werden innerhalb des Clubs mobile Hindernisse, Helmkamera usw. verliehen. Man erarbeitet und empfiehlt einen "Jagdkalender" für die Meetings im Frühjahr und im Herbst. Im Bereich der Jagdhornbläserei wirbt man neue Bläser und bildet sie weiter.
Für die praktische Reiterei steht dem Reiterhof eine Geländestrecke und ein Springarten mit rund 30 festen Hindernissen zur Verfügung. Fester Bestandteil der Jugendarbeit ist auch das "Springtime Hunt Meeting" der Familie Kratzer. Am Ende dieser Frühjahrsjagd teilt sich das Feld in eine "sportliche" und in ein "gesellige" Gruppe, so ist für jeden Ausbildungsstand etwas geboten. Das "Equipetraining", Anfang September, bildet aus sportlicher Sicht einen Leckerbissen im Kalender des Jagdclubs. Früher wurde nach einem stilvollen Weißwurstfrühstück ein gemeinsamer Geländeritt über den Hindernispark unternommen. Seit einigen Jahren reitet man hinter den Beagles der Frankenmeute auf knifflig und anspruchsvollem Kurs durch den Wald.
Gesellschaftlicher und sportlicher Höhepunkt des Jagdjahres in Roth ist seit 35 Jahren der "Jagdtag in Roth". In den 70iger und 80iger Jahren immer wieder als Schleppjagd mit der Frankenmeute oder den damaligen Cappenberger Hunden, mehrheitlich aber als niveauvolle Fuchsjagd gestaltet. Im vergangenen Jahr fand dieses Meeting wieder als Schleppjagd, im Gedenken an "Oswald Lux", hinter den Beagles der "Franken" statt. Dank Gabriele Lux, die auch in 2009 wieder die Jagdherrschaft für dieses herausragende Treffen übernommen hat, erleben wir eine erneute Auflage.
Der "Jagdtag in Roth - Meeting der Familie Lux" ist besonders durch seine fassettenreiche Stecke und die wuchtigen Baumstämme geprägt. Auf den rund 18km langen Kurs geht es auf sandigen Wegen durch den typisch fränkischen "Steckerlaswald" des Grafen Faber-Castell, über Äcker und Wiesen. Besonderer Höhepunkt ist der Einritt in den Rothsee unterhalb des Zwiefelhofs, bei dem um 1900 der Graf ein Gestüt unterhielt.
Die Hindernisse sind meist massive Baumstämme, 75cm bis 1m hoch, bis zu 8m breit und alle umreitbar. Absprunghilfen helfen den Pferden bei diesen "Timberjump`s". Regelmäßig werden neue Hindernisse gebaut, die sich in die Landschaft einpassen. Bürstenrick, Schafgatter, Langholzfuhren u.v.m. erwarten die Reiter. Auf dem Hof der befreundeten Familie Handschuck findet bei ausgezeichneter Bewirtung und in unmittelbarer Nähe zum Rothsee der große Check statt.
Es ist seit Jahren ein schöner Brauch in Roth, dass die Jagdreiter und Begleiter, die der Bläserzunft angehören, sich zu Gruppen zusammenfinden und die stalleigenen "Reiterlichen Jagdhornbläser Franken" in B, ES und mit der Trompe in D beim Jagdverlauf begleiten.
Der Platz vor dem Familienstall der Kratzer`s ist für das Rendezvous und die Curee festlich dekoriert. Hier werden den Gästen kalte und warme Speisen angeboten. Kaffee und Kuchen, Champagner, verschiedene Weine und ein gutes Bier aus der Region sorgen darüber hinaus für das leibliche Wohl vor und nach der Jagd.
Zum Jagdabend trifft sich die Jagdgesellschaft im Kloster Seligenporten bei Toni Bauer und wird dort im stilvoll dekorierten Ambiente hervorragend bewirtet und unterhalten. Nach dem Essen werden die Bilder des Tages präsentiert, die Bläser spielen im Kreuzgang alte Fanfaren.
Regelmäßig berichten wir über die Jagden im Fachmagazin "Bayerns Pferde Zucht und Sport", den regionalen Zeitungen und auf unserer bekannten Clubplattform im Internet unter www.reiterhof-kiliansdorf.de.
Veit Sipos
Ansprechpartner Tanja und Markus Kratzer, Tel.0170/2065471















...ein dreifach kräftiges Hepp, Hepp - Horrido aus Roth!