5.Jagd der Frankenmeute in Weismain
Meute auf der Spur des Hufschlags
Schleppjagd war Naturerlebnis und Herausforderung
WEISMAIN. Dank des herrlichen Herbstwetters und der reizvollen Umgebung
war die fünfte Schleppjagd der Frankenmeute rund um die Jurastadt ein
Erlebnis für Teilnehmer, Tiere und Zuschauer gleichermaßen: Jagdreiter
aus dem gesamten nordbayerischen Raum erkundeten den fränkischen Jura
vom Pferdesattel aus und ließen dabei die Hunde nach einem
außergewöhnlichen Verfahren jagen.
Nach einem herzhaften Brunch in der Gaststätte Gäbelein wurde um 12.30
Uhr im Beisein von Bürgermeister Udo Dauer mit dem Hornsignal „Départ
pour la chasse“ im Kastenhof zur Jagd geblasen. Bei angenehmen
Temperaturen und auf abwechslungsreichem wie anspruchsvollem Terrain
liefen die 35 Beagles der „Frankenmeute“ zur Höchstform auf. Auch für
die per Autokolonne geführten Zuschauer war es faszinierend zu
beobachten, wie die Hunde dabei die „Trittsiegel“ verfolgten: Im
Gegensatz zu anderen Schleppjagden, wo der Schleppenleger Flüssigkeiten
wie Pansensaft, Anisextrakt oder Fischlake für
die Spur verwendet, jagen die Frankenmeute-Beagles als einzige Meute in
ganz Deutschland ausschließlich nach Hufschlag, erkennen und riechen
also die durch ein vorausreitendes Pferd aufgewühlte Erde.
Die Teilnehmer, die Hindernisse bewältigen mussten, ohne den Anschluss
an die Beagles zu verlieren, zeigten sich vor allem angetan von der
Landschaft rund um Weismain mit ihren Hängen und Plateaus, von denen
sich ein wundervoller Ausblick bis ins Fichtelgebirge eröffnete. Bis er
dieses Panorama jedoch genießen konnte, kam der eine oder andere Reiter
sichtbar
ins Schwitzen. Nach einem kurzen Zwischenstopp mit Stärkung in Wohnsig
ritt die Gesellschaft nach einem größeren Bogen über die mit
Wachholderbüschen bewachsenen Hänge des 454 Meter hohen Kalkbergs, auf
dessen Plateau die Jagd endete. Bei Sonnenschein und einer herrlichen
Aussicht über das
Naturschutzgebiet des Kleinziegenfelder Tales mit seinen grotesken
Felsformationen gab es beim Halali viel Lob von den Reitern für die
Hunde, die Equipage und nicht zuletzt für den Organisator, den
Schatzmeister des Schleppjagdvereins Frankenmeute e.V., Joachim Gerber.
Im alten Schulhof zu
Weismain erhielten die Hunde ihr wohlverdientes Curée, während zum
letzten Mal die Klänge der „Trompes de chasse“ zum „Adieu de maitre“
erschallten.
Beim abschließenden gemütlichen Beisammensein im Hotel Alte Post
sprachen die Teilnehmer ausnahmslos von einer gelungenen Jagd: „Es ist
immer wieder etwas ganz Besonderes in Weismain“, erklärte Rainer Herbst,
der die weiteste Anreise von ihnen hatte, er stammt aus Heideck im
mittelfränkischen Landkreis Roth. Die herrliche Landschaft und das
abwechslungsreiche Gelände seien die Trümpfe der hiesigen Jagd, weil
anderswo zumeist weitgehend ebene Flächen beritten werden, urteilte
Herbst, der in diesem Jahr zum dritten Mal dabei war und selbst
Schleppjagden organisiert.
Dem pflichtete auch Mia Gerber bei: Die Weismainerin - gemeinsam mit
Tochter Christine für die Streckenführung verantwortlich, wobei beide
auch bei der Jagd im Sattel saßen. Die Schleppjagd in Weismain ist die
einzige Meutejagd im Lichtenfelser Landkreis und eignet sich prima als
Ausgleich, etwa zu Turnieren und Wettkämpfen. Darüber hinaus habe die
Strecke für jeden etwas zu bieten, ob Pferd oder Reiter: Im
Teilnehmerfeld befanden sich neben Norwegern und Haflinger auch Ponys;
auch die weniger
erfahrenen Reiter wurden problemlos integriert, da bei der
Gesellschaftsjagd die gegenseitige Rücksichtnahme eine große Rolle
spiele.
Ihren Dank richteten Veranstalter und Reiter an den Jagdpächter und die
Grundstückseigner für die Nutzungserlaubnis der Flächen sowie an die
örtliche Geschäftswelt für die Unterstützung dieses nicht alltäglichen
Sports.



